Wenn Sie sonntags die NFL verfolgen, haben Sie wahrscheinlich eine massive Veränderung in der Ästhetik des Spiels bemerkt. Auch wenn es wie purer „Swag“ oder Aberglaube aussehen mag, gibt es tatsächlich legitime wissenschaftliche Gründe für die Entwicklung der NFL-Trikotnummernregeln.
Vorbei sind die Zeiten, in denen in den 80er Jahren jeder Wideout eine Nummer trug wie Jerry Rice oder Randy Moss. Heute kämpfen die Flitzer der Liga um einstellige und niedrige Zehnerzahlen. Ob Sie es glauben oder nicht, die Nummer auf der Brust eines Spielers verändert die Art und Weise, wie Ihr Gehirn seine Geschwindigkeit wahrnimmt.
Wie die NFL-Trikotnummer-Regeln eine Revolution auslösten
Jahrzehntelang hatte die Liga strenge Richtlinien: Wide Receiver durften nur die Nummern 80 bis 89 tragen. Wenn du Pässe fängst, gehörst du zu den 80ern. Das änderte sich im Jahr 2004, als die NFL-Trikotnummernregeln erweitert wurden. Endlich durften die Receiver die Nummern 10 bis 19 tragen.
Die Einführung erfolgte schnell. Die Spieler beeilten sich mit der Umstellung. Im Jahr 2019 trugen fast 80 % aller Wide Receiver in der NFL Nummern aus dem Teenagerbereich. Einige Spieler trugen die Nummern aus persönlichen Gründen oder um ihre College-Idole zu ehren. Viele gaben an, dass sie sich durch den Verzicht auf die hohen Nummern körperlich anders fühlten – schneller, schlanker und beweglicher.
Die Wissenschaft, die den traditionellen NFL-Trikotnummernregeln widerspricht
Es stellte sich heraus, dass die Spieler nicht verrückt waren. Zwei von der UCLA durchgeführte Studien bestätigten, dass hier ein psychologisches Phänomen im Spiel ist, das als numerische Größenassoziation bezeichnet wird.
Die Forscher fanden heraus, dass Spieler mit niedrigen Nummern (wie 11 oder 17) von den Zuschauern als dünner und schneller wahrgenommen wurden als Spieler mit hohen Nummern (wie 80 oder 89). Selbst wenn die Spieler den gleichen Körperbau und die gleiche Statur hatten.
Warum niedrige Zahlen Ihr Gehirn austricksen
Die Wissenschaft ist einfach: Das Gehirn hat eine unterbewusste Neigung, niedrige Nummern mit einer geringeren Körpergröße gleichzusetzen. Wenn ein Verteidiger oder ein Fan eine #13 sieht, hält das Gehirn diesen Spieler für kleiner – und damit wahrscheinlich schneller – als einen Spieler mit der #88.
Die Lockerung der NFL-Trikotnummernregeln führt nicht zu einer physischen Verkürzung der 40-Meter-Laufstrecke. Aber sie schafft eine optische Täuschung von Geschwindigkeit. Sie lässt den Spieler schneller erscheinen, was in einem Spiel, in dem es um Zentimeter und Wahrnehmung geht, ein ausreichender Vorteil sein kann.