Öde, glühend heiß und endlos vom Wind gepeitscht – Wüstenstädte üben eine seltsame Anziehungskraft aus. Hinter ihren oft unscheinbaren Landschaften verbergen sich bemerkenswerte Geschichten, und dieses kleine Dorf unweit von Los Angeles bildet da keine Ausnahme.
Baker ist eine winzige Stadt mit nur 442 Einwohnern im San Bernardino County, die vor allem für ihr riesiges Thermometer bekannt ist, das als das höchste der Welt gilt.
Ein kurzer Überblick über die Geschichte von Baker
Baker wurde 1908 als kleiner Bahnhof an der Tonopah and Tidewater Railroad gegründet, die den Transport von Mineralien durch die Mojave-Wüste ermöglichte.
Zunächst diente er hauptsächlich Bergleuten und Menschen, die die rauen Wüstenrouten durchquerten. Später jedoch wuchs die Stadt im Zuge des Aufkommens des Autoverkehrs Mitte des 20. Jahrhunderts und wurde zu einem wichtigen Zwischenstopp entlang des Highway 91, der später durch die Interstate 15 ersetzt wurde, die Hauptroute zwischen L.A. und Las Vegas.
Auch wenn Baker nie zu einer großen Stadt wurde, entstanden schnell Tankstellen, Motels und Raststätten am Straßenrand, um Reisende zu versorgen. Heute hat der Ort weniger als 500 Einwohner (442 laut der letzten Volkszählung), doch er empfängt immer noch jede Woche Tausende von Autofahrern, die in Richtung Nevada unterwegs sind.
Das höchste Thermometer der Welt erhellt die Wüste
Baker ist nicht nur als wichtiger Haltepunkt bekannt, sondern vor allem dank einer ganz besonderen Installation berühmt: einem 40 Meter hohen Bauwerk, das errichtet wurde, um an die Rekordtemperatur von 56,7 °C zu erinnern, die 1913 im nahegelegenen Death Valley National Park offiziell gemessen wurde .
Das Wahrzeichen wurde 1991 vom Geschäftsmann Willis Herron als Hommage an die extreme Wüstenhitze errichtet. Es wurde schnell zu einem bekannten Anhaltespunkt für Reisende auf der Interstate 15. Heute ist das Thermometer voll funktionsfähig und zeigt mithilfe von LED-Leuchten die aktuelle Temperatur in großen, gut sichtbaren Ziffern an, besonders nachts.