Am Rande des Joshua-Tree-Nationalparks liegt eine Stadt, in der einst Tausende von Menschen lebten und die heute völlig verlassen ist. Sie heißt Eagle Mountain und ist nach wie vor eine der größten und am besten erhaltenen Geisterstädte Amerikas – mit Häusern, einem Krankenhaus und ganzen Straßen, die auch Jahrzehnte nach dem Wegzug des letzten Bewohners noch stehen.
Die Geschichte von Eagle Mountain
Eagle Mountain wurde 1948 von der Kaiser Steel Corporation gegründet, um Arbeiter für das angrenzende Eisenerzbergwerk unterzubringen. In ihrer Blütezeit zählte die Stadt rund 4.000 Einwohner, mit mehr als 400 Häusern sowie Wohnwagenstellplätzen, Pensionen und Wohnheimen. Sie funktionierte als völlig autarke Gemeinde, komplett mit drei Schulen, einem Einkaufszentrum, einem Schwimmbad, einem Veranstaltungssaal, Kirchen und Sportplätzen.
Das Bergwerk selbst entwickelte sich zum größten Eisenerzbergwerk Südkaliforniens und war über eine 51 Meilen lange Eisenbahnstrecke mit Kaisers Stahlwerk in Fontana verbunden. Bis 1977 hatte es seine 100-millionste Tonne Eisenerz ausgeliefert. Umweltschutzvorschriften und billigere Stahlimporte aus dem Ausland drängten den Betrieb nach und nach in die Enge. Die Einwohnerzahl sank bis Ende der 1970er Jahre auf unter 2.000, und im November 1981 kündigte Kaiser an, die Mine vollständig stillzulegen. Der letzte Abiturjahrgang der Stadt machte im Juni 1983 seinen Abschluss, was das faktische Ende von Eagle Mountain als lebendige Gemeinde markierte.
Gescheiterte Wiederbelebungsversuche

Seit der Schließung des Bergwerks haben mehrere Einrichtungen versucht, das weitläufige Gelände und die Infrastruktur des Standorts neu zu nutzen. 1988 eröffnete das kalifornische Ministerium für Strafvollzug und Rehabilitation eine Haftanstalt mit geringer Sicherheitsstufe, die „Eagle Mountain Community Correctional Facility“, und baute das ehemalige Einkaufszentrum der Stadt zu Zellblöcken um. Das private Gefängnis war bis zu einem tödlichen Aufstand im Jahr 2003 in Betrieb, woraufhin der Staat die Einrichtung endgültig schloss.
Über zwei Jahrzehnte lang schlugen Bauträger vor, die riesigen Tagebaugruben in eine regionale Deponie für Abfälle aus dem Los Angeles County umzuwandeln. Anlieger, lokale Aktivisten und Umweltverbände lehnten das Vorhaben ab und verwiesen auf Kontaminationsrisiken für benachbarte Ökosysteme und den Joshua-Tree-Nationalpark. Langwierige Gerichtsverfahren beendeten das Deponieprojekt im Jahr 2013. Im Jahr 2023 erwarb ein privates Unternehmen das Gelände für 22,5 Millionen Dollar, wobei die unmittelbare Zukunft des Grundstücks weiterhin unklar bleibt.